Von „Carmen” bis „La traviata”

Ausstellung zum Burgplatz Open Air im Kundenzentrum am Bohlweg 

Bald ist es soweit: Am 23. August feiert das diesjährige Burgplatz Open Air mit „La traviata” Premiere. Mitten im Herzen der Löwenstadt, umrahmt von der historischen Kulisse des Burgplatzes, präsentiert das Staatstheater Braunschweig in 16 Vorstellungen Giuseppe Verdis wohl bekannteste Oper. Die Besucher dürfen sich wieder auf magische Sommernächte voller Musik, Leidenschaft und Dramatik unter freiem Himmel freuen.

Doch wie fing alles an? Welche Opern und Musicals wurden schon auf dem Burgplatz gezeigt? Antworten auf diese Fragen gibt die aktuelle Ausstellung zum Burgplatz Open Air im BS|ENERGY-Kundenzentrum am Bohlweg. Von Anfang an begleitet BS|ENERGY das beliebte Kulturevent des Staatstheaters Braunschweig als Hauptsponsor. Seit 2003 bringt das Staatstheater Braunschweig eine jährlich wechselnde Produktion von klassischer Oper bis zum modernen Musical auf die Freiluftarena mit rund 1.200 Sitzplätzen. Jedes Jahr werden beeindruckende Bühnenbilder rund um den Burglöwen errichtet. Mal dient der Löwe nur als Dekoration, mal ist er Teil des Stücks.

Los ging es im Sommer 2003 mit einer Inszenierung der Oper „Carmen” von Georges Bizet: Der Regisseur Thomas Wünsch verwandelte den Burgplatz in eine Stierkampfarena, gefüllt mit Sand. Mittendrin die verführerische Carmen, begehrt vom Soldaten Don José, die aber die Freiheit und den Stierkämpfer Escamillo mehr liebt und schließlich, vom Eifersucht zerfressenen Don José, erstochen wird. 

Das Burgplatz Open Air ist von Beginn an ein voller Erfolg beim Publikum und seither eine feste Größe im Braunschweiger Kulturprogramm. Abgesehen von der coronabedingten Absage 2020 fand seither jedes Jahr eine Sommer-Saison des Staatstheaters auf dem Burgplatz statt. Auf „Carmen” folgten „Cavalleria Rusticana“, „Tosca”, „Don Giovanni”, „Rigoletto” und der „Der fliegende Holländer”. Richard Wagners Oper erzählt von einem verfluchten Seemann, der für immer auf See gefangen ist, bis er wahre bedingungslose Liebe findet. Senta, eine junge Frau, verliebt sich in den Holländer und opfert sich, um ihn von seinem Fluch zu erlösen, wodurch sie beide Erlösung finden. In Lutz Grafs Inszenierung 2008 erhellten sich mit Erscheinen des Geisterschiffs die Fenster der benachbarten Domgruft und ein rotes Segel wehte vom Dach.

2023: „Tosca“ von Giacomo Puccini. Bild: Joseph Ruben Heicks
2014: „West Side Story“ von Leonard Bernstein. Bild: Braunschweig Stadtmarketing GmbH/Marek Kruszewski
2006: „Don Giovanni“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Bild: Staatstheater Braunschweig
Plakat zu „Carmen“ von Georges Bizet, 2018.
2022: „Aida“ von Guiseppe Verdi. Bild: Martin Walz

Große Gefühle brachte dann auch im Jahr 2009 die Oper „Madama Butterfly” von Giacomo Puccini auf den Burgplatz. Mit ergreifender Musik beleuchtet die Oper die tragische Geschichte einer unerfüllten Liebe und kultureller Missverständnisse zwischen Ost und West. Überhaupt dreht sich alles um die Liebe, meist die tragische Liebe. So enden auch in den folgenden Jahren „Der Freischütz”, „Turandot” und „La traviata” für die Liebenden tragisch. Eine Ausnahme: Die 2012 aufgeführte komische Oper „Die verkaufte Braut“ von Bedrich Smetana erfreut das Publikum mit einem Happy-End.

2014 präsentierte das Staatstheater erstmals keine klassische Oper, sondern brachte ein Musical auf den Burgplatz. „West Side Story” von Leonard Bernstein ist eine moderne Romeo-und-Julia-Geschichte zweier verfeindeter Jugendgangs in New York City. Tony und Marias Liebe ist von Vorurteilen und Gewalt bedroht, während sie versuchen, die Barrieren der sozialen Konflikte zu überwinden. Auf Verdis „Ein Maskenball” folgten 2016 und 2017 mit „Hair” und „Hairspray” zwei weitere populäre Broadway-Hits.

Als neue Generalintendantin knüpfte Dagmar Schlingmann 2018 mit einer Neu-Inszenierung von „Carmen” an die erste Burgplatz-Saison an. In den Folgejahren wechseln sich Opern von Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini ab: Auf Verdis „Nabucco” mit dem berühmten Gefangenenchor folgt Puccinis „Madama Butterfly”, dann die tragische Geschichte der äthiopischen Prinzessin „Aida”, die in Ägypten als Sklavin lebt und doch den ägyptischen Heerführer Radames liebt. Liebe, Eifersucht, Macht und Verzweiflung sind auch die Zutaten von „Tosca”, „Il trovatore” – und natürlich der diesjährigen Oper „La traviata”.

Giuseppe Verdis entführt das Publikum in die extravagante und feierlustige Pariser Gesellschaft. Mittendrin Violetta Valéry. Die junge Frau ist schön, klug, warmherzig – und unheilbar krank. Für die Edelkurtisane ist ihre Freiheit das höchste Gut. Sie genießt die Ungezwungenheit und vor allem die Ungebundenheit und ihre Rolle als vom rechten Wege Abgekommene. Dann aber verliebt sie sich in Alfredo Germont, einen jungen Mann aus einer angesehenen Familie. Aber das Liebesglück ist nur von kurzer Dauer, dann endet ihre Beziehung tragisch. Erstmals 1853 in Venedig aufgeführt, berührt und begeistert die Oper nach wie vor die Menschen weltweit – auch die Braunschweiger Inszenierung der Regisseurin Beatrice Müller verspricht, zum Publikumsmagnet zu werden.

Kommen Sie gerne vorbei! Die  Ausstellung zum Burgplatz Open Air 2003-2025 ist noch bis zum 12. September im Kundenzentrum am Bohlweg während der regulären Öffnungszeiten (Mo-Fr von 9-18 Uhr) zu sehen.

Plakat zu „Der fliegende Holländer“ von Richard Wagner, 2008.
Plakat zu „West Side Story“ von Leonard Bernstein, 2014.

Seien Sie auf dem Burgplatz live dabei!

Vom 23. August bis 10. September 2025 präsentiert das Staatstheater Braunschweig mit „La traviata“ wieder Operngenuss vom Feinsten unter freiem Himmel. Für alle 16 Vorstellungen gibt es noch Karten:

Theaterkasse im Großen Haus
Am Theater 1
38100 Braunschweig
Telefonischer Kartenverkauf unter 0531-1234 567 oder online.

Ein Blick hinter die Kulissen

Mit „La traviata” inszeniert das Staatstheater Braunschweig in diesem Jahr Guiseppe Verdis wohl bekannteste Oper auf dem Burgplatz – die Inszenierung verspricht, zum Publikumsmagnet zu werden. Schauen Sie mit uns hinter die Kulissen, wir waren bei einer Probe dabei und sprachen mit der Regisseurin Beatrice Müller.

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