Neubau des Abwasserpumpwerks Ölper

Die Stadtentwässerung Braunschweig GmbH (SE|BS) baut seit Mitte Juni 2024 im laufenden Betrieb alle Anlagen und Gebäude des Abwasserpumpwerks Ölper neu. Dabei entsteht im Westen Braunschweigs eine hochmoderne Anlage nach dem neuesten Stand der Technik. Die bisherige Anlage wird nach Fertigstellung zurückgebaut.

Der Neubau des Abwasserpumpwerks ist vor allem deshalb notwendig geworden, weil die bisherige, 1957 in Betrieb genommene Anlage am selben Standort trotz zwischenzeitlicher An- und Umbauten technisch und baulich nicht mehr dem heutigen Stand entspricht. Die Instandhaltung wird immer schwieriger, zudem entsprechen die elektrotechnischen Anlagen nicht mehr den heute geltenden Vorschriften. Für die Maßnahme wurde eine Investitionssumme von 39 Millionen Euro veranschlagt.

Das von der SE|BS betriebene Hauptpumpwerk der Stadt Braunschweig zwischen Tierheim, Sportplatz, Autobahn 392 und Oker nimmt eine zentrale Rolle bei der Stadtentwässerung ein. Es ist die letzte Pumpstation zwischen der Abwasserkanalisation der Braunschweiger Stadtteile inklusive Innenstadt und dem Klärwerk Steinhof. Vom Stadtteil Ölper aus wird damit ein Großteil des Braunschweiger Abwassers über eine sechs Kilometer lange Leitung zur Kläranlage transportiert.

Visualisierung des Neubaus Abwasserpumpwerk Ölper.
Am 27.08.2024 erfolgte der offizielle Spatenstich für den Bau des Abwasserpumpwerks.

Der Neubau am Biberweg in Ölper soll Ende 2028 in Betrieb gehen. Bauherrin ist die SE|BS im Auftrag der Stadt. „Mit dieser umfangreichen Investition in die Daseinsvorsorge stellen wir sicher, dass dieses Kernstück der Abwasserentsorgung unserer Stadt auch für die kommenden Jahrzehnte gut aufgestellt ist“, sagte Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum während des ersten Spatenstichs für den Neubau.

Auf dem Gelände der Stadtentwässerung Braunschweig GmbH entsteht ein leistungsfähiges und zukunftssicheres Doppelpumpwerk. „Der Neubau trägt maßgeblich zur Entsorgungssicherheit bei und kann durch die Redundanz zweier eigenständiger Pumpwerke bei Starkregenereignissen wesentlich zum Schutz unserer Gewässer beitragen“, betont Judith Kraft, Geschäftsführerin der SE|BS. Sie ergänzt: „Die Investition der Stadt Braunschweig in den Neubau des Hauptpumpwerks Ölper ist absolut zukunftsweisend.“

Der Standort Ölper war und bleibt optimal, weil das Klärwerk Steinhof nicht mehr allzu weit entfernt ist. „Auf dem Gelände ist zudem genügend Platz, um zu gewährleisten, dass die aktuellen umfangreichen Bauarbeiten nicht den normalen Geschäftsbetrieb beeinträchtigen“, erklärt Michael Carl, Projektleiter für den Neubau bei der Stadtentwässerung Braunschweig GmbH. Denn während der Bauzeit wird das bisherige Pumpwerk ohne Unterbrechung weiter betrieben und leitet das in Ölper ankommende Abwasser zur Kläranlage.

„Die neuen Anlagen werden in mehreren Bauabschnitten um die alten herum gebaut“, beschreibt Carl. Erst wenn die Neubauten in vier Jahren in Betrieb genommen werden, beginnt der vollständige Rückbau der alten Technik samt den bisherigen Gebäuden.

Im Regelbetrieb wird eine maximale Abwassermenge von 2,0 Kubikmetern pro Sekunde zum Klärwerk Steinhof transportiert. Kommt eine größere Menge Abwasser in Ölper an, etwa während und nach Starkregenfällen, wird das Wasser, das die Kapazität in Steinhof vorübergehend überschreiten würde, zunächst in Ölper in ein Regenrückhaltebecken gepumpt und erst später in die Kläranlage geleitet. Das geschieht auch jetzt schon so, das neue Becken wird aber etwas größer.

Ein großer Vorteil des jetzt neu entstehenden modernen Neubaus: „Durch das leistungsfähige Doppelpumpwerk können künftig die Mischwasserkanäle der Innenstadt bei starken Regenfällen schneller nach Ölper entwässert werden als jetzt“, erläutert Michael Carl. So werden mit dem Neubau diverse Überlaufpunkte in der Innenstadt und umliegenden Stadtteilen entlastet, über die sonst Wasser bei großem Aufkommen direkt in die Oker abgeleitet wird. Mit Starkregenereignissen muss aufgrund des Klimawandels häufiger gerechnet werden.

Durch die beiden voneinander unabhängigen Pumpwerke wird außerdem der Betrieb in Ölper flexibler und die Betriebssicherheit erhöht. Beide Pumpen sind unabhängig voneinander in der Lage, ausreichend Schmutzwasser zum Klärwerk Steinhof zu transportieren. Fällt ein Pumpwerk aus, übernimmt das andere. Sollte zudem die öffentliche Energieversorgung ausfallen, wird der Wassertransport über ein Notstromaggregat gewährleistet.

Darüber hinaus werden beide Pumpwerke mit einer umfangreichen Automatisierungstechnik ausgerüstet und an die bestehende Prozesstechnik der Kläranlage angebunden. Dazu wird die gesamte elektrische Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik im Pumpwerk Ölper erneuert. Und auf dem Werksgelände der SE|BS entstehen Besprechungs-, Präsentations- und Archivräume sowie Werkstätten, Sozial- und Sanitärräume.

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