„Mein Baum für Braunschweig“ – Spenden für natürliche Klimaanlagen

Es grünt wieder überall. Schon deshalb macht der Frühling gute Laune. Bäume, Büsche und Blumen zeigen durch austreibende Blätter- und Blütenknospen, dass der Winter – endlich – vorbei ist. Bürgerinnen und Bürger können mit dem Spendenprogramm „Mein Baum für Braunschweig“ zu Erhalt und Ausweitung des Baumbestandes beitragen.

Die Winterlinden an der Jasperallee sind Spenden zu verdanken. Bild: Karsten Mentasti.

„Bäume liegen vielen Menschen am Herzen“, weiß Marou Schwarzer durch zahlreiche Gespräche mit bislang 344 Spenderinnen und Spendern. Sie ist im städtischen Fachbereich Stadtgrün für das 2020 gestartete Projekt zuständig und Ansprechpartnerin für potenzielle Baumstifter: Einzelpersonen, Paare, Gruppen, Vereine, Unternehmen.

Dass Bäume uns erfreuen, liegt nicht nur an ihrer Symbolik für Lebensenergie oder dass sie zur Blütezeit süß duften. Bäume wirken beruhigend, schlucken Lärm. Längst ist ihre Funktion als natürliche Klimaanlage in den Fokus gerückt. Sie spenden Schatten, wirken durch Verdunstung kühlend – und bieten Lebensraum für Vögel, Eichhörnchen, Insekten und viele weitere Organismen. „Bäume lassen Städte atmen“, steht auf dem Baumspenden-Flyer.

Spendenvarianten

Stadtbäume
Bäume, die Straßen im Stadtgebiet säumen – von der Innenstadt bis in die Stadtteile. Sie sind Blickfang, CO₂-Verwerter, Sauerstoffproduzenten, liefern Schatten, Kühlung und sind Lebensraum.

Ereignisbäume
Sie eignen sich als Geschenk zu vielen Anlässen wie Geburtstage, bestandene Prüfungen oder Erinnerungen an verstorbene Angehörige. Zur Auswahl stehen je nach Standort Obst- und Laubbäume.

Klimawald                   
Zukunftsgerecht soll im Stadtgebiet ein Laubmischwald aufgebaut, gepflegt und unterhalten werden. Dazu werden standortgerechte Gehölze eingesetzt. Der Standort ist noch nicht veröffentlicht.

Stadt fährt neuen Kurs

Die zuletzt zunehmend langen Trockenperioden, insbesondere 2018 und 2019, haben viele Bäume nachhaltig geschädigt. Die dramatischen Folgen wurden bei einigen Laub- oder Nadelbäumen sehr schnell und bei anderen erst nach einigen Jahren sicht- und spürbar.

Typische Schäden sind, dass Bäume absterben oder Astpartien keine Blätter mehr bilden. Das schwächt die Vitalität der gesamten Pflanze und gefährdet früher oder später die Verkehrssicherheit. Im Stadtgebiet wurden aus diesen Gründen in den vergangenen Jahren schon 1100 Bäume gefällt.

Die Stadt fährt seit den Trockenjahren einen neuen Kurs: Verschiedene Förderprogramme des Bundes wurden genutzt, um einen Großteil der entnommenen Bäume zu ersetzen. Michael Loose betont: „Der Fokus lag und liegt auf klimaverträglichen Neupflanzungen mit Arten, die als besonders geeignet gelten, um den mittlerweile extremen urbanen Bedingungen standzuhalten.“ Dazu zählen etwa Amberbaum, Baum-Felsenbirnen oder die Purpur-Erle.

Langlebige Andenken

Darüber hinaus wurde mit „Mein Baum für Braunschweig“ ein lokales Spendenprogramm aufgelegt. Interessenten können sich im öffentlichen Raum finanziell an Baumpflanzungen beteiligen, die nicht anderweitig gefördert wurden. Diese Varianten gibt es:

  • Stadtbäume in Braunschweigs Straßen
  • Ereignisbäume auf einer Fläche im Westpark
  • Aufbau eines Klimawaldes

Die Motivation der Spender ist breit gefächert: „Manche lassen sich zu besonderen Anlässen Geld schenken, um einen oder mehrere Bäume zu finanzieren, andere entscheiden sich dazu in Erinnerung an einen besonderen Tag oder einen lieben Menschen“, sagt Marou Schwarzer. „Bäume sind langlebige Andenken“.

Verse schmücken die Uhlandstraße

Bis Ende 2025 spendeten Bürger seit Beginn des Programms im Jahr 2020 bereits mehr als 160.000 Euro und leisteten damit nachhaltige Investitionen in die Natur. Jeder Spendenbaum erhält ein Schild, auf dem Baumart und Spender oder eine individuelle Widmung vermerkt sind. Einer der Spender hatte sich für neue Bäume in der Uhlandstraße gewünscht, dass auf den Schildern mit Gedichtzeilen an Dichter Ludwig Uhland erinnert wird. Auch eine Anzahl der Winterlinden in der Jasperallee wurde von einer Person gespendet.

Wie dort haben Spender überwiegend nachträglich die Finanzierung frisch gepflanzter Bäume übernommen. Möglich ist aber auch, sich einen Baum auszusuchen, der in der nächsten Pflanzperiode anlässlich der Spende gepflanzt wird. „Wer Interesse hat, kann sich auf einer interaktiven Karte einen Spendenbaum aussuchen“, erklärt Marou Schwarzer. Dort ist bereits festgelegt, welche Arten wo geplant sind.

Auch Bäume verursachen Nebenkosten

Für Stadt- und Ereignisbäume liegt die Spendenhöhe zwischen 250 und 1800 Euro je Baum. „Gepflanzt werden Hochstämme mit 18 bis 20 Zentimeter Baumumfang“, erläutert Michael Loose. Dabei fallen auch Kosten für Auskoffern, Substrat, Befestigung der jungen Stämme sowie Bewässerung und Unkrautpflege an. Mit der Spendenaktion entlastet der Fachbereich seinen Haushalt und ermöglicht Bürgerinnen und Bürgern, ihre Verbundenheit mit Stadt und Bäumen auszudrücken.

Für den künftigen Klimawald gibt es keinen Mindest- oder Maximalbeitrag. „Das Projekt werden wir im Laufe des Jahres noch zusätzlich bewerben“, kündigt der Fachbereichsleiter an.

Kontakt

Marou Schwarzer
Telefon 0531-4705000
Mail: baumspende@braunschweig.de
Weitere Informationen auf der Internetseite der Stadt.

An jedem gespendeten Baum befindet sich ein Schild mit Baumart, Spender und individueller Widmung. Bild: Stadt Braunschweig/Daniela Nielsen.
Wer die Augen offen hält, findet in Braunschweigs Straßen den einen oder anderen Baum mit Widmung. Bild: Stadt Braunschweig/Daniela Nielsen.

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Das Spendenprogramm soll zu Erhalt und Ausweitung des Baumbestandes beitragen. Hier erfahren Sie, welchen Mehrwert die Aktion bietet und wie auch Sie sich mit einer Spende beteiligen können.

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