Vorhang auf für junge Opernentdecker

Ein warmer Sommerabend auf dem Braunschweiger Burgplatz. Vor der historischen Kulisse hebt sich der Vorhang für Giuseppe Verdis „La traviata“. Rund um das Open-Air-Spektakel sitzen hunderte Zuschauerinnen und Zuschauer – und mittendrin hundert Schülerinnen und Schüler aus der Region, die das große Opernflair zum ersten Mal hautnah erleben dürfen. Möglich gemacht hat das erneut das Projekt „100 Schüler in die Oper”, das BS|ENERGY seit 2008 gemeinsam mit dem Staatstheater Braunschweig durchführt.

Die Schülerinnen und Schüler der Grund- und Hauptschule Pestalozzistraße, der Realschule Sidonienstraße, der Nibelungen-Realschule und des Lessinggymnasiums freuen sich gemeinsam mit Volker Lang, Vorstand von BS Energy und Ellen Brüwer, Interimsleitung, über ihren Hauptgewinn. Bild: Philipp Ziebart.

Etwa eine Woche vor der Aufführung begann für die Schülerinnen und Schüler die inhaltliche Vorbereitung. In einem Workshop mit der Theaterpädagogin Vanessa Zuber wurden zunächst Vorurteile über die Oper diskutiert – von „zu laut und zu hoch“ bis „nur für ältere, reiche Menschen“. Nach einigen Aufwärmübungen beschäftigten sich die Jugendlichen mit konkreten Szenen aus „La traviata“ und versuchten diese zu interpretieren. „Ich bin gespannt auf die Stimmung in der Oper, gerade jetzt wo wir auch mehr die Hintergrundgeschichte kennen“, sagt Sky von der Realschule Sidonienstraße nach dem Workshop. Eine Gruppe Schülerinnen bedauerte sogar, dass es noch so lange bis zur Aufführung dauern würde.

Die Hauptdarsteller zogen alle Zuschauer in ihren Bann. Bild: Björn Hickmann.

„Mit 100 Schüler in die Oper wollen wir Begeisterung wecken und zeigen, dass Oper junge Menschen genauso berühren kann wie Erwachsene. Wenn Jugendliche erleben, wie Musik, Drama und Bühnenzauber zusammenwirken, entstehen oft überraschende Aha-Momente. Genau diese ersten Begegnungen mit der Opernwelt möchten wir ermöglichen.”

„Projekte wie dieses öffnen Türen, schaffen bleibende Eindrücke und zeigen jungen Menschen, wie spannend und lebendig Musiktheater sein kann.”

Auch ein Blick hinter die Kulissen des Staatstheaters stand für die Schülerinnen und Schüler auf dem Programm. Bei der Theaterführung im großen Haus entwickelte sich ein reger Austausch – Fragen über Fragen kamen auf: Wie viele Kostüme befinden sich hier im Fundus? Wann wird entschieden, welches Stück aufgeführt wird und wie weit im Voraus beginnen die Proben? Es wurde deutlich, wie viel Teamarbeit und Planung nötig ist, damit am Ende eine Aufführung wie „La traviata” gelingt.

Bei ihrem Besuch im Staatstheater erhielten die Jugendlichen exklusive Einblicke hinter die Kulissen. Bild: BS|ENERGY.

Zum zweiten Mal in der Geschichte von “100 Schüler in die Oper” besuchten die Schülerinnen und Schüler die Opernaufführung am Abend. Gerade diese Uhrzeit verlieh der Veranstaltung eine besondere Stimmung. Katja Rudolph, Lehrerin an der Realschule Sidonienstraße, brachte es auf den Punkt: „Es ist etwas ganz besonderes, dass die Vorstellung mit den Jugendlichen nun auch abends ist und nicht mehr wie vor zwei Jahren am Nachmittag. Die Atmosphäre, das ist einfach mystisch.” 

Als die Musik erklang und die ersten Darsteller auf die Bühne kamen, war die Aufmerksamkeit groß. Einige Schülerinnen der Nibelungen-Realschule schwärmten später von den prächtigen Kostümen und dem funkelnden Kleid der Violetta. Noah, ebenfalls Schüler der Nibelungen-Realschule, war besonders vom ersten Akt begeistert: „Der Start war cool, vor allem die Partyszene am Anfang.” Überhaupt waren es die großen, lebendigen Szenen mit vielen Darstellern auf der Bühne, die bei den Jugendlichen den stärksten Eindruck hinterließen.

Nach Sonnenuntergang erstrahlt die Bühne in einer mystischen Atmosphäre. Bild: Björn Hickmann.

So wurde der Opernbesuch zu einem Abend voller neuer Eindrücke. Für manche war es die Begegnung mit einer bislang unbekannten Kunstform, für andere ein Erlebnis, das sie in seiner Intensität überraschte. In den Gesprächen danach war die Vielfalt der Eindrücke spürbar – von den Kostümen bis zur Musik, von der besonderen Stimmung auf dem Burgplatz bis hin zu Szenen, die am meisten berührten.

Am Ende bleibt vor allem eines: Die Erinnerung an einen Sommerabend, an dem hundert Schülerinnen und Schüler die Welt der Oper für sich entdeckt haben – auf ihre ganz eigene Weise.

„100 Schüler in die Oper”

Seit 2003 unterstützt BS|ENERGY das Staatstheater Braunschweig im Rahmen eines Sponsorings. Die Zusammenarbeit brachte das Projekt „100 Schüler in die Oper” hervor, das erstmals 2008 stattfand. Bei diesem Projekt können sich Lehrkräfte jedes Frühjahr bei BS|ENERGY auf den Hauptpreis bewerben. Dieser beinhaltet die Teilnahme an einem exklusiven Theaterworkshop, eine Theaterführung durch das Große Haus des Staatstheaters Braunschweig und den Besuch einer Vorstellung des Burgplatz Open Air. Den Kindern und Jugendlichen soll hierdurch der komplexe Apparat des Staatstheaters Braunschweig näher gebracht und für sie erlebbar gemacht werden. Außerdem wird ihnen ein interessanter Einblick hinter die Kulissen gewährt. „Mit 100 Schüler in die Oper wollen wir Begeisterung wecken und zeigen, dass Oper junge Menschen genauso berühren kann wie Erwachsene. Wenn Jugendliche erleben, wie Musik, Drama und Bühnenzauber zusammenwirken, entstehen oft überraschende Aha-Momente. Genau diese ersten Begegnungen mit der Opernwelt möchten wir ermöglichen”, betont Dr. Volker Lang, Vorstand von BS|ENERGY. Das Staatstheater sieht in der Initiative ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Bildung. Ellen Brüwer, Interimsleitung, sagt dazu: „Projekte wie dieses öffnen Türen, schaffen bleibende Eindrücke und zeigen jungen Menschen, wie spannend und lebendig Musiktheater sein kann.”


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