Braunschweiger Spezialität zum Selberbacken: Der Honigkuchen
Er ist mehr als nur ein Gebäck – der Braunschweiger Honigkuchen lässt ein Stück Stadtgeschichte lebendig werden. Seine Wurzeln reichen bis ins späte Mittelalter, sein würzig-süßer Duft gehört bis heute zur Weihnachtszeit. Wir verraten, wie das traditionsreiche Backwerk entstand, wer das Originalrezept bewahrte und laden Sie ein, selbst Honigkuchen zu backen.

Ein süßer Bote aus dem Mittelalter
Der Braunschweiger Honigkuchen hat eine lange Geschichte. Schon im Mittelalter war Honig in Norddeutschland ein wichtiger Süßstoff. So sollen die Honigkuchenbäcker den süßen Rohstoff beispielsweise aus Lüneburg bezogen haben. Gewürze wie Zimt, Nelken, Kardamom und Muskatnuss kamen hingegen aus aller Welt in die Stadt. Diese Zutaten gaben den Braunschweiger Bäckern die Möglichkeit, würzige Köstlichkeiten wie den Honigkuchen zu kreieren. So entwickelte sich die Hansestadt auch dank ihrer günstigen Lage an wichtigen Handelsrouten zu einem Zentrum der Honigkuchenbäckerei. Besonders in der Advents- und Weihnachtszeit wurde der Honigkuchen zum festen Bestandteil der Festtagstafeln. Seine lange Haltbarkeit machte ihn zudem zu einem beliebten Proviant für Reisende und Kaufleute.
Das Besondere am Braunschweiger Honigkuchen
Im Gegensatz zu vielen modernen Lebkuchenrezepten basiert der Braunschweiger Honigkuchen traditionell auf einem hohen Honiganteil und kommt ganz ohne künstliche Aromen aus. Das Ergebnis ist ein saftiges Gebäck mit feiner Würze und natürlicher Süße. Typisch für das Braunschweiger Original ist außerdem die charakteristische, leicht glänzende Oberfläche.
Vom alten Rezept in die Neuzeit
Braunschweiger Honigkuchen war weit über die Grenzen der Stadt und des Herzogtums hinaus bekannt und beliebt. So wurde das Backwerk im 18. und 19. Jahrhundert sogar für den Export hergestellt. Durch den Zweiten Weltkrieg ging die Zahl der Honigkuchenbäcker drastisch zurück. 1945 existierten nur noch drei in der Stadt, darunter die Firma Hans Mahn in der Eulenstraße. Das traditionelle Rezept von Hans Mahn wurde erhalten und befindet sich heute im Besitz von Löwenbäcker Schaper. Darin heißt es: „Man nehme Honig, braunen Zucker, Butter, ein wenig Kardamom, Ingwer, Zimt, geriebene Muskatnuss, Prise Salz, Pottasche, Hirschhornsalz und Mehl.“ Jedes Jahr im Herbst backt der Löwenbäcker Honigkuchen nach dem Originalrezept von Hans Mahn.
Honigkuchen selbst backen – ein Stück Braunschweiger Heimat
Der Braunschweiger Honigkuchen ist eine kulinarische Brücke in die Geschichte der Löwenstadt. Mit seinem feinen Gewürzaroma, intensiver Honigsüße und langer Haltbarkeit ist er das perfekte Do-it-yourself-Projekt für die Winterzeit.
Rezept: Braunschweiger Honigkuchen
Zutaten:
- 350 g Honig
- 75 g brauner Zucker
- 150 g Butter
- 550 g Weizenmehl (Typ 550)
- 150 g gemahlene Mandeln
- 1 Prise Salz
- 1 TL Kardamom
- ½ TL gemahlene Muskatnuss
- 1 TL Zimt
- 1 TL gemahlener Ingwer
- 1 Msp. gemahlene Nelken
- 2 Eier
- 2 g Hirschhornsalz
- 8 g Pottasche
- 3 EL Wasser
Zubereitung:
- Honig, Zucker und Butter in einem Topf bei niedriger Hitze schmelzen lassen, dabei immer wieder umrühren, dann abkühlen lassen.
- Pottasche und Hirschhornsalz im Wasser auflösen und in die lauwarme Honigmasse einrühren.
- Eier in die abgekühlte Masse rühren.
- Mehl, Mandeln und Gewürze vermischen und nach und nach in die Honig-Ei-Mischung kneten.
- Den Teig in eine gebutterte Kastenform oder Auflaufform füllen.
- Backofen auf 180 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Den Kuchen etwa 50 bis 55 Minuten backen. Gegen Ende gegebenenfalls abdecken, damit die Oberfläche nicht zu dunkel wird.
- Auskühlen lassen.
Wir wünschen viel Spaß beim Backen, gutes Gelingen und Freude an diesem Rezept!









