Stromfresser oder Energiesparer? Acht Mythen im Experten-Check
Wie Haushalte umweltfreundlicher werden und Energie sparen können
Duschen spart immer Energie. Eco-Programme entlasten nicht den Geldbeutel. Wärmepumpen funktionieren nur mit Fußbodenheizung. All diese Behauptungen sind falsch. Die Experten der Energieberatung der Stadt Braunschweig klären auf, welche Mythen rund um Haushalt und Heizung stimmen und wie man smart Energie sparen kann.


Fünf Mythen rund um den Haushalt
Mythos 1:
Ein voller Kühlschrank verbraucht mehr Strom. Denn wenn mehr Lebensmittel gekühlt werden sollen, muss der Kühlschrank mehr Energie aufwenden.
Fakt:
Ein gut gefüllter Kühlschrank ist energieeffizienter, da die Lebensmittel die Kälte speichern und so helfen, die Temperatur im Kühlschrank zu stabilisieren. Die meiste Energie wird direkt nach dem Befüllen benötigt, um die neuen Lebensmittel abzukühlen.
Mythos 2:
Handspülen ist energieeffizienter als die Spülmaschine.
Fakt:
Verschiedene Studien sind zu dem Ergebnis gekommen, dass es fast nie gelingt, sparsamer als die Spülmaschine mit der Hand zu spülen. Für die gleiche Menge Geschirr benötigt die Spülmaschine meist weniger Energie.
Mythos 3:
Eco-Programme bei Spülmaschinen und Waschmaschinen dauern lange und kosten deshalb nicht weniger.
Fakt:
Im Öko-Modus wird das Wasser im Gerät nicht so stark erhitzt. Dafür darf es länger auf das Geschirr beziehungsweise die Wäsche einwirken. So kann die gleiche Reinigungsleistung erzielt werden. Und weil gerade die Erwärmung des Wassers verhältnismäßig viel Energie benötigt, ist der Eco-Modus sparsamer.
Mythos 4:
Duschen verbraucht immer weniger Energie als Baden.
Fakt:
Hier kommt es auf die Dauer an. Wer gern mal 10 Minuten oder länger duscht, kratzt womöglich schon am Wasserverbrauch eines Vollbads. Hier lohnt sich unter Umständen die Investition in einen sparsamen Duschkopf.
Mythos 5:
Geräte im Standby-Modus verbrauchen keine Energie.
Fakt:
Alle elektrischen Geräte verbrauchen im Standby-Modus Strom, denn sie halten sich für das schnellere Wiedereinschalten bereit. Das gilt nicht nur für Computer und Fernsehgeräte. Drucker, Konsolen, Kaffeemaschinen, Musikanlagen, sogar Ladegeräte und Netzteile ziehen Strom, solange der Stecker in der Dose steckt. Der Bequemlichkeit halber kann eine Steckdosenleiste mit Kippschalter genutzt werden, um hier Abhilfe zu schaffen.
Drei Mythen rund ums Heizen und die Heizung
Der größte Energieverbraucher im Haus ist die Heizung. 70 Prozent des jährlichen Gesamtenergieverbrauchs entfallen auf Raumwärme. Viele Menschen wissen das und bitten die Energieberater der Stadt Braunschweig vor wichtigen Entscheidungen um Unterstützung. Drei Mythen aus dem Themenbereich Heizen und Wärmepumpe kann Daniel Funke, Mitarbeiter der Energieberatung Braunschweig, schnell entkräften.
Mythos 1:
Die Heizung sollte beim Verlassen des Hauses ausgeschaltet werden.
Fakt:
Die Heizung sollte nie ganz ausgeschaltet werden. Energiespar-Experten sind sich stattdessen einig darüber, dass es meist besser ist, die Temperatur je nach Bedarf etwas höher oder tiefer zu stellen – beispielsweise nachts. Entsprechende Temperaturabsenkungen lassen sich einprogrammieren. Wichtig ist: In Wohnräumen sollte die Temperatur nicht für längere Zeit unter 17 Grad fallen. Dann steigt nämlich die Schimmelgefahr. Eine zu starke Absenkung der Temperatur kann auch zu Leistungsspitzen führen, die wiederum einen Mehrverbrauch verursachen können.
Mythos 2:
Wir können keine Luftwärmepumpe einbauen lassen, weil wir den vorgeschriebenen drei Meter breiten Abstand zur Grundstücksgrenze nicht einhalten können.
Fakt:
In Niedersachsen gilt dieses Abstandsgebot für die meisten Luftwärmepumpen nicht, erklärt Daniel Funke. Die Energieberatung hilft bei Detailfragen dazu weiter.
Mythos 3:
Wärmepumpen funktionieren nur in Kombination mit einer Fußbodenheizung.
Fakt:
Moderne Wärmepumpenanlagen können im reinen Wärmepumpenbetrieb Vorlauftemperaturen von bis zu 75 Grad Celsius erzeugen. Um förderfähig zu sein, darf die Vorlauftemperatur im Auslegungspunkt jedoch maximal 60 Grad Celsius betragen. Für den Betrieb einer Wärmepumpe mit modernen, herkömmlichen Heizkörpern sind Vorlauftemperaturen von 35 bis 55 Grad Celsius üblich und effizient.
Die Energieberatung der Stadt Braunschweig arbeitet eng mit BS|ENERGY zusammen. Funke und seine Kollegen geben in der kostenlosen Erstberatung einen Überblick zu allen Fragen rund um die Themen Sanierung und Heizungstausch. Außerdem informieren sie über Handlungs- und Fördermöglichkeiten und unterstützen Bau- und Sanierungsinteressierte bei der Planung des weiteren Vorgehens. Termine können unter Telefon 0531 470-3948, per E-Mail energieberatung@braunschweig.de oder über die Webseite www.braunschweig.de/energieberatung vereinbart werden.

SparWatt – Clever Sparen
Haushaltsgeräte verbrauchen mitunter viel Strom und stellen Sparfüchse nicht selten vor größere Herausforderungen. Mit SparWatt zeigt BS|ENERGY, wie man Stromfresser des Haushalts identifiziert. Plus effektive Spartipps, mit denen der Energieverbrauch deutlich reduziert werden kann. So lassen sich die Verbrauchskosten nachhaltig und einfach senken. Alle Tipps zum Energiesparen finden Sie auf www.bs-energy.de









