Basketball Löwen: Ambitioniert in die nächste Saison
Nach einem äußerst erfolgreichen Jahr sind die Basketball Löwen Ende September in die neue Saison gestartet. Bereits davor hatten wir die Gelegenheit, mit ihrem neuen Head Coach Kostas Papazoglou und dem Co-Kapitän Ferdinand Zylka persönlich zu sprechen. Über Erfolge, Potenziale und ganz subjektive Blickwinkel.

Ein Augustvormittag in ihrer neuen Trainingshalle. Warme Sommerluft vermischt sich mit dem Quietschen von Turnschuhen auf Parkettboden. Stimmen, Ballwechsel, kurze Rufe. Man muss kein Kenner der Sportart sein, um den Enthusiasmus dieser Mannschaft zu erkennen. Als Zuschauer des Trainings wird einem schnell klar: Braunschweigs Basketball Löwen verkörpern wohl genau das, was ein gut eingespieltes Team ausmacht – volle Konzentration und ausgeprägter Zusammenhalt. Die zurückliegende Saison brachte dem Verein allerdings nicht nur viele Erfolge, sondern auch Veränderungen. Im April 2025 der Umzug in die moderne Trainingsstätte an der Salzdahlumer Straße und im Juli ein unerwarteter Trainerwechsel.
Mit klarem Schwerpunkt gut aufgestellt
Der langjährige Löwen-Head Coach Jesús Ramírez kehrte aus persönlichen Gründen in seine spanische Heimat zurück. Nachfolger wurde sein bisheriger Co-Trainer Kostas Papazoglou. Im Gespräch betont der neue Head Coach, sehr stolz auf die Resultate der letzten Spielsaison zu blicken. Über die neuen Spieler, die diesen Sommer rekrutiert wurden, zeigt er sich ebenfalls höchst zufrieden. „Wir haben einen sehr guten Eindruck von den Jungs, die meisten sind konditionell gut aufgestellt. Wir wollen sie vorbereiten, um die Mannschaft defensiv und offensiv zu optimieren.“ Zugleich hebt der Trainer hervor, wo seine Prioritäten liegen, die schließlich auch Wesensmerkmal der Clubkultur sind: „Natürlich wollen wir gewinnen, jeder will gewinnen. Aber wir denken zuerst an die Entwicklung – und erst dann an das Ergebnis.“ Letztendlich gehe es darum, die Spieler so zu entwickeln, dass sie auf und neben dem Spielfeld ihr Bestes geben. Ein strategischer Schwerpunkt der kommenden Saison sei der Aufbau des Verteidigungssystems, um auf dem Spielfeld so effizient wie möglich zu werden.
Löwenstadt als Wahlheimat
Und weil das Leben nicht nur Spielfeld ist, rücken auch ganz andere Fragen in den Fokus: Fühlt sich der in Griechenland aufgewachsene Coach an der Oker schon ein wenig zu Hause? „Ich lebe bereits sechs Jahre hier. Braunschweig ist – nach Thessaloniki, wo ich geboren wurde – die Stadt, in der ich bisher die meiste Zeit meines Lebens verbracht habe,“ sagt Kostas Papazoglou. Und fügt gleich hinzu: „Okay, da ist noch der emotionale Aspekt. Meine Tochter, die hier letzten Februar geboren wurde. Das ist viel wichtiger, als alles andere.“ Klares Statement eines glücklichen Familienvaters. Und gibt es etwas, das er hier vermisst? Natürlich. Vor allem seine Eltern, die Spaziergänge am Meer und, ganz klar, das Wetter. Doch er fühle sich mit allem sehr, sehr wohl hier. „Und auch wenn es etwas komisch klingen mag,“ fügt er lächelnd hinzu, „ich fühle mich schon ein bisschen deutsch.“
Auch der Guard Ferdinand Zylka mit der Trikotnummer #6 fühlt sich in der Mannschaft bestens angekommen. Als ehemaliger Nachwuchsnationalspieler ist er seit der Saison 2023/24 im Team. Was ihn damals von den Antwerp Giants in Belgien zu den Löwen getrieben hat? „Braunschweig ist ja dafür bekannt, dass sie Spieler ausbilden und Leute holen, die noch Potenzial haben.“ Und genau das konnte er bei den Basketball Löwen offenbar richtig entfalten und weiterentwickeln. Ferdi, wie er im Team genannt wird, ist mittlerweile ein Leistungsträger und wurde von seinem neuen Headcoach zum Co-Kapitän der Mannschaft ernannt.
Ausblick für Verein und Publikum
Auf die Frage, was er bei den Basketball Löwen besonders schätzt, muss der 1,91 Meter große Berliner nicht lange überlegen: „Hier ist halt alles sehr familiär, also vom Team, Trainerteam bis zu den Leuten, die im Office arbeiten. Alles sehr vertraut, sehr hilfsbereit. Und ja, das lernt man sehr zu schätzen.“ Auch das habe ihn mit dazu bewogen, seinen Vertrag bereits im Mai 2025 vorzeitig um drei Jahre zu verlängern. Entscheidende Pluspunkte sieht Ferdinand Zylka in der Spielidee der Basketball Löwen: Spieler, die sich noch nicht groß bewiesen haben, bekämen hier die Möglichkeit dazu – und zwar auf Bundesliga-Niveau. Die letzte Saison sei ein überdurchschnittlich erfolgreiches Jahr gewesen. Er betont, dass dies absolut nicht die Norm sei. „Wir waren Dritter nach der Hauptrunde. Das war natürlich Wahnsinn.“ Der Co-Kapitän blickt jedenfalls optimistisch auf die neue Spielsaison: „Aus Spielersicht geht es auf jeden Fall in die richtige Richtung.“ Hierzu zählen für ihn auch die neue Trainings-Facility und das gestiegene Budget, das den Verein auch finanziell stärke. Schließlich sei er hoffnungsvoll, dass die Basketball Löwen in den nächsten Jahren ihre Erfolge ausbauen können.
Leistungsträger mit Bodenhaftung
Erfolge, die natürlich ihren Preis haben: Das straffe Programm umfasst im Schnitt vier bis fünf Stunden Training täglich, dann ein bis zwei Spiele pro Woche – der Tag nach einem Spiel ist meistens frei. Hat er persönliche Gewohnheiten, um sich auf ein Spiel vorzubereiten? „Tatsächlich gar nicht. Ich bin da eigentlich sehr basic.“ Er mache das, was das Team vorgibt und hoffe, dann auch gute Leistungen zu bringen. Nach einem anstrengenden Spiel sieht das anders aus. Am freien Tag danach, dem Off-Day, wäre er manchmal geneigt, einfach nur im Bett auszuruhen. Umso wichtiger findet er es, stattdessen mit seiner Frau und dem Hund an die frische Luft zu gehen. Diese Art von Bewegung tue ihm gut. „Eine andere Bewegung halt, als hier auf dem Basketballfeld.“ Alles, nur nicht abgehoben. Vielleicht gehört auch diese Art von Bodenhaftung zur Erfolgsformel des Vereins.
Als langjähriger Sponsor der Basketball Löwen freut sich BS|ENERGY über die herausragenden Leistungen und wünscht viele weitere Erfolge in der Spielsaison 2025/26.




Impressionen vom Training im August in der neuen Trainingsfacility an der Salzdahlumer Straße. Fotos: BS|ENERGY









