Backstube mit Tradition und Leidenschaft

Die Bäckerei Priemer im östlichen Ringgebiet ist für ihren leckeren Christstollen bekannt. Hergestellt wird er nach einem alten Dresdner Familienrezept.

Jeden Morgen um vier Uhr klingelt bei Peter Priemer und seiner Frau Manuela der Wecker. Eine kurze Dusche, ein starker Kaffee und auf gehts in die Backstube. Weit hat der gebürtige Dresdner es nicht. Seit 1997 lebt er mit seiner Familie in dem Haus in der Kastanienallee, in dessen Erdgeschoss sich die Bäckerei befindet. 

Das Backhandwerk im Blut

Die Leidenschaft für das Backen wurde Peter Priemer in die Wiege gelegt: Bereits sein Vater und sein Großvater waren Bäckermeister und selbstständig in Dresden tätig. „Wenn ich bei meinem Opa in der Bäckerei war, wollte ich nichts anderes machen“, erinnert er sich. „Er hat mir alles gezeigt, sodass ich irgendwann wusste: Ich möchte auch Bäcker werden.“ Nur wenige Jahre nachdem sich Priemer den Traum einer eigenen Bäckerei in Braunschweig erfüllt hatte, eröffnete er einen Cateringservice und ein Café am Hagenring. Doch mit der Zeit wurde es der Familie zu viel. „Je mehr dazugekommen ist, desto größer wurde auch der Druck“, erzählt er. Mehr Personal, mehr Verantwortung und mehr Zeit am Schreibtisch. „Wir haben damals beschlossen, uns auf unsere Wurzeln zurück zu besinnen und leben seitdem ein deutlich entspannteres und glücklicheres Leben.“ Heute steht Peter Priemer wieder täglich in der Backstube und kann dort seiner eigentlichen Leidenschaft, dem Backen nachgehen. Seine Frau Manuela, die jahrelang ebenfalls in der Backstube zuhause war, kümmert sich währenddessen um den Verkaufsraum und begrüßt täglich die treue Kundschaft.

Christstollen nach Dresdner Familienrezept

Neben der Begeisterung für sein Handwerk hat Priemer auch viele Rezepte aus seiner Familie mitnehmen können. Eines von ihnen ist das Rezept für den beliebten Christstollen, den die Bäckerei in der Weihnachtszeit anbietet. „Ganz früher war Stollen nur ein süßes Rosinenbrot. Mit den Jahren wurde die Liste der Zutaten länger und jede Bäckerei entwickelte ein eigenes Rezept, um ihn weiter zu verfeinern.“ Während andere auf Zutaten wie Nougat oder Marzipan setzen, bleibt Priemer dem ursprünglichen Familienrezept treu. „Hochwertige Rohstoffe, keine künstlichen Aromen und viel Zeit zum Ruhen – das ist das Geheimnis.”

Genießen wie einen guten Wein

Nicht nur die Herstellung, sondern auch der Genuss des weihnachtlichen Gebäcks muss gelernt sein: „Stollen sollte an einem kühlen, dunklen Ort gelagert und erst ein, zwei Stunden vor dem Verzehr auf Zimmertemperatur gebracht werden.” Zudem empfiehlt Priemer, dünne statt dicke Scheiben zu schneiden. So können sich die Aromen besser im Mund entfalten. Kaffee oder geschmacksintensiver Tee sind hingegen Aromakiller für die Geschmacksknospen. Selbst genießt der Bäckermeister seinen Stollen in der Adventszeit täglich mit einer neutralen Tasse Tee am Nachmittag. So empfiehlt er es auch seinen Kunden, die das Gebäck häufig als Geschenk für Familie und Freunde kaufen. „Das ist wie ein guter Wein. Den genießt man und schlingt ihn nicht einfach runter.“

Immer einen Besuch wert

Ein Besuch in der Bäckerei lohnt sich nicht nur in der Weihnachtszeit. Alle Backwaren beruhen auf Peter Priemers Philosophie der natürlichen Zutaten und sind bis auf wenige Ausnahmen komplett vegan – sogar das Croissant. Neben Brot und Brötchen bietet die Bäckerei auch eine reichhaltige Auswahl an süßen Kreationen an, bei denen der Bäckermeister auf Abwechslung setzt. Gebacken wird, was Spaß macht. Wer besonders neugierig ist, darf auch gerne selbst einen Blick in die Backstube werfen und vielleicht bleibt sogar ein wenig Zeit, um mit dem Bäckermeister bei einer gemütlichen Tasse Tee über Christstollen zu philosophieren.


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