Leise, sauber, spritzig: Mein Alltag mit dem E-Auto

Im Straßenverkehr sind immer mehr Fahrzeuge elektrisch unterwegs. So auch unsere Redakteurin Beate. Sie berichtet uns von ihren ersten Erfahrungen mit dem Elektroauto. Wie meistert sie die Reichweitenplanung? Wo lädt sie ihr E-Auto auf? Ein Bericht über Herausforderungen und Überraschungen auf dem Weg zur persönlichen Verkehrswende.

Seit ich auf ein Elektroauto umgestiegen bin, hat sich mein Fahrgefühl geändert. Ich genieße fast geräuschloses Gleiten, eine tolle Beschleunigung und komfortables Automatikfahren. Dazu kommt ein gutes Gewissen. Allesamt Punkte, die für ein E-Auto sprechen.

Zugegeben: Am Anfang war ich skeptisch. Heute möchte ich den kleinen Stromer nicht mehr missen. Seit knapp zwei Jahren bereichert ein Dacia Spring unseren Fuhrpark. Der Kleinwagen hat die Form eines Mini-SUVs. Bei optimalen Außentemperaturen um die 20 Grad verfügt er über eine Reichweite von rund 210 Kilometern. Dies entspricht nach knapp 20.000 gefahrenen Kilometern noch in etwa den Angaben des rumänischen Herstellers.

Mit einer maximalen Leistung von 33 kW zählt der Spring auch hinsichtlich der Motorisierung zu den Kleinen unter den sogenannten BEVs (Battery Electric Vehicles). Trotzdem kann ich manchen Verbrenner beim Ampelstart stehen lassen – und das geräuschlos und ohne Abgaswolke.

Während der Mittagspause lädt Beate ihr E-Auto an einer der zahlreichen BS|ENERGY-Ladesäulen. Bild: Beate Ziehres.

atürlich bringt der kleine Stromer auch Herausforderungen mit sich. Unter besten Voraussetzungen dauert es rund 50 Minuten, um die Batterie von 10 auf 80 Prozent aufzuladen. Doch gerade bei längeren Fahrten ist es empfehlenswert, sich die Extrazeit für die letzten 20 Prozent zu nehmen. Denn die Zusatzminuten können darüber entscheiden, ob ein zusätzlicher Ladestop nötig wird oder nicht.

Das E-Auto ist bei uns zuhause nur einer von drei Wagen. Trotzdem bin ich sehr gerne mit ihm unterwegs. Nicht nur in der Stadt, dem eigentlichen Revier des kleinen Stromers, sondern auch zu weiter entfernten Zielen. Hier berichte ich von meinen persönlichen Erfahrungen mit dem Elektroauto.

Tipp:

Zu Hause lade ich den Akku – einem Expertenrat folgend – nicht komplett voll, um ihn zu schonen.

Donnerstag: Entspannt unterwegs in und um Braunschweig

Am Donnerstag starte ich mit zu 81 Prozent geladenem Akku in den Arbeitstag. Dafür sorgt die heimische Wallbox von BS|ENERGY. Durch die kürzere Ladezeit bin ich theoretisch schon vor Mitternacht startklar für den nächsten Morgen.

Für den Vormittag steht eine Redaktionskonferenz in meinem Kalender. Bei der Ankunft im Parkhaus zeigt die Anzeige noch eine Reichweite von 146 Kilometern. Es lohnt sich noch nicht, eine Ladesäule zu belegen. Im Parkhaus sind jedoch ausreichend BS|ENERGY-Ladesäulen verfügbar, die Hälfte davon ist frei.

Nach dem Austausch von Ideen ist Zeit für eine Mittagspause. Mit einer Kollegin steuere ich ein Café in der Braunschweiger Innenstadt an.

Ganz in der Nähe lockt an einer der im Stadtgebiet zahlreichen BS|ENERGY Ladesäulen ein freier Ladepunkt und ich kann nicht widerstehen, mein Auto hier zwischenzuladen. Den Ladevorgang starte ich ganz bequem mit der Löwenladen-Karte oder der Löwenladen-App. Mit der App finde ich leicht den nächsten freien Ladepunkt und habe dazu eine gute Übersicht meiner Ladevorgänge und der Kosten.

Am Abend steht noch ein Besuch in meinem Fitnessclub auf dem Programm. Da der Dacia bereits am Mittag geladen wurde, bringt es mich nicht in Verlegenheit, dass die beiden Ladesäulen in der Nähe momentan belegt sind.

Freitag: Städtetrip mit dem E-Auto

Der Freitag beginnt mit einem Einkauf im Supermarkt.
Obwohl die Anzeige noch eine Reichweite von 168 Kilometern verspricht, steuere ich auf dem Parkplatz die Ladesäule an. Dabei stelle ich fest, dass die bisher kostenlose Typ-2- Ladesäule durch eine kostenpflichtige CCS-Schnellladesäule ersetzt wurde. Während ich Lebensmittel in den Einkaufswagen packe, lädt mein Wagen vor der Tür auf 100 Prozent.

Unsere Redakteurin Beate fährt seit knapp zwei Jahren elektrisch und möchte ihren Stromer im Alltag nicht mehr missen. Bild: Beate Ziehres.

Tipp:

Auf der Landstraße reiht sich das E-Auto gemütlich in den Verkehrsfluss ein. Beim Bremsen freiwerdende Energie wird wieder in die Batterie eingespeist. Das nennt sich Rekuperation.

Nach dem Einkaufen will ich nach Potsdam starten, um meine Tochter zu treffen. Ein Ladestopp sollte für die knapp 220 Kilometer ausreichen, so meine Kalkulation. Um die Mittagszeit steuere ich einen direkt an der Autobahnabfahrt gelegenen Rastpark an. Hier gibt es mehr als 20 Ladesäulen verschiedener Anbieter. Ich wähle eine Säule aus, die ich mit meiner Ladekarte problemlos starten kann. Während das Auto lädt, esse ich eine Kleinigkeit. Danach noch einen Espresso und ein Cookie – und schon teilt mir die App mit, dass der Akku zu 98 Prozent gefüllt ist. Das sollte reichen.

Da das Wetter schön und auf der Autobahn ein Stau angekündigt ist, nehme ich die Landstraße in Richtung Osten. So macht das Fahren Spaß und ich komme entspannt in Potsdam an – bereit für einen netten Abend am Brandenburger Tor.

Samstag: Abenteuer auf dem Land gesucht und gefunden

Am Samstag starte ich mit nur noch 20 Prozent im Akku nach Hause. Auf dem Weg zur Autobahn liegt ein Schnellrestaurant, das ich schon öfter zum Laden angesteuert habe. Hier ist alles Routine: Karte an die Ladesäule halten, Stecker rein, und schon geht es los. Mit einem Cappuccino und einem Croissant genieße ich die Morgensonne. So beginnt der Tag nach meinem Geschmack.

Zuhause wartet mein Lebensgefährte schon mit gepackter Badetasche. Wir wollen nach Bad Wilsnack. Eigentlich nicht mit dem E-Auto. Nach kurzer Diskussion lasse ich mich überzeugen. Der Dacia hängt schon an der Wallbox, ich packe ebenfalls mein Badezeug.

In der Küche wird derweil die Route geplant. Der erste Ladestopp soll an einer Schnellladesäule in Stendal sein. Kurz vor der Ankunft mache ich einen Alternativvorschlag: Ich kenne ein tolles Lokal in der Innenstadt, eine Ladestation ist laut App ganz in der Nähe. Während der Strom in den Akku fließt, ist Zeit für ein gemütliches Abendessen.

Bei der Rückkehr zum Auto macht sich Ernüchterung breit. Die Batterie ist nur zu 60 Prozent geladen. Das wird knapp. Hinzu kommt: Die Ladeinfrastruktur lässt in dieser Region zu wünschen übrig. Also steuern wir die einzige Ladestation in Havelberg an – vergeblich, alle Säulen sind außer Betrieb. Mit sieben Kilometern Restreichweite kommen wir in Bad Wilsnack an.

Gut zu wissen: Während des Ladevorgangs ist das Ladekabel fest mit dem Fahrzeug verriegelt und somit gegen Diebstahl geschützt. Bild: Beate Ziehres.

Tipp:

Fahrten mit dem E-Auto in ländliche Regionen mit schlechter Ladeinfrastruktur wollen gut geplant sein. Außerdem sollte man nicht leichtsinnig vom sorgfältig erarbeiteten Ladeplan abweichen.

Tipp:

Im Ausland gilt erst recht: Gute Vorbereitung ist der Schlüssel zum entspannten Fahrerlebnis. Ich werde mich informieren, welche Apps und Ladekarten in Polen verbreitet sind und zuverlässig funktionieren. Diese werde ich rechtzeitig vor der Reise installieren beziehungsweise bestellen. Außerdem packen wir alle nur denkbaren Ladekabel ein.

Sonntag: Gute Vorbereitung ist alles

Am nächsten Morgen machen uns exotische Anschlüsse, unbekannte Ladepunkt-Anbieter und eine schlechte Internetverbindung das Leben als E-Autofahrer schwer. Letztendlich ist aber doch noch Entspannung in der Therme drin.

Montag: Im Ausland elektrisch fahren

Nach unserer Rückkehr aus Bad Wilsnack steht die Planung einer Auslandsreise an. Wir sind mit Freunden zu einer Radtour ab Stettin verabredet. Wieder stellt sich die Frage: Diesel oder Dacia? Eine kurze Recherche ergibt, dass Polen über eine gut ausgebaute Ladeinfrastruktur verfügt. Besonders in der Region Westpommern und in Stettin selbst gibt es eine hohe Ladepunktdichte.

Resümee nach zwei Jahren mit dem E-Auto: Mein nächstes Auto wird wieder elektrisch. Ich werde jedoch auf eine deutlich höhere Reichweite achten und Wert darauf legen, dass ich von Schnellladern profitieren kann.

Mehr Information zur Ladeinfrastruktur in Braunschweig finden Sie auf www.bs-energy.de

11 Tipps zum effizienten Fahren:

Für mehr Reichweite im Alltag und im Urlaub

  1. Vorausschauend und gleichmäßig fahren
  2. Eco-Modus aktivieren
  3. Rekuperation nutzen
  4. Sitz- und Lenkradheizung nutzen anstatt den ganzen Innenraum zu heizen
  5. Reifendruck eher leicht erhöht einstellen als zu niedrig
  6. Fahrzeug direkt nach der Fahrt laden
  7. Fahrten und Ladepausen vorab anhand von Apps planen
  8. Ladegelegenheiten frühzeitig nutzen
  9. Moderate Geschwindigkeit wählen
  10. Unnötiges Gewicht vermeiden
  11. Schon während des Ladens das Auto heizen oder kühlen

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